SFM in kleinen und mittleren Unternehmen
Die Wirtschaft braucht Rohstoffe. Diese stehen aber nur begrenzt zur Verfügung. Nur jene Unternehmen werden langfristig erfolgreich am Markt bestehen, die effizient mit ihren Rohstoffen umgehen können.
Auch klimapolitisch macht es Sinn, Ressourcen schonend einzusetzen: Der ungebremste und unüberlegte Raubbau an natürlichen Rohstoffen zeitigt die schädlichen Folgen für den Menschen und seine Umwelt. Die Schlüsselfrage lautet: Kann ein Unternehmen im Einzelfall seine Ressourcen noch effizienter einsetzen und sich dabei gleichzeitig wirtschaftlich besser stellen?
So macht im produzierenden Gewerbe das eingesetzte Material im Durchschnitt 40 % der Gesamtkosten aus. Hier ist der Hebel anzusetzen. Die eingehende Beschäftigung mit dem Materialverbrauch im Sinn eines modernen "Stoffflussmanagements" (SFM) zahlt sich in jedem Fall aus.
Der Nutzen
SFM hilft Kosten im Unternehmen zu sparen und die Umwelt zu entlasten. SFM analysiert Stoff- und Energieflüsse innerhalb des Unternehmens und liefert Ansatzpunkte für Verbesserungen. Unternehmen mit einem UMS können an bestehende Strukturen und Abläufe anknüpfen. Da SFM gerade für KMU sehr aufwendig sein kann, bietet die Praxishilfe für sie einen einfachen Einstieg in SFM und unterstützt seine Einführung.
Das Projekt
Im Projekt sollten nicht nur Stoffströme in produzierenden Unternehmen untersucht werden. Gleichzeitig stand eine Verringerung der Materialströme oder des Energieeinsatzes und dabei eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit der Produktionsprozesse im Fokus. Zur Unterstützung interessierter Unternehmen erarbeiteten die Projektpartner eine Praxishilfe mit EDV-Werkzeug und erprobten diese auch im eigenen Unternehmen.
Die Motivation
SFM ist eine ideale Ergänzung des UMS, in dem u.a. der Verbrauch von Stoffen und Energie an den Unternehmensgrenzen (In- und Outputseite) betrachtet wird. SFM hingegen erfasst die Stoffströme im Unternehmen, die in den verschiedenen Bereichen, Anlagen, Verfahren oder Produkten fließen. Ziel ist, den Stoffeinsatz effizient zu gestalten und Stoffkreisläufe zu schließen. SFM betrachtet Stoffe, die große Einsparpotenziale oder Umweltrisiken vermuten lassen oder aus Sicht des Unternehmens bedeutsam sind, wie
- Wasser und Abwasser,
- Abfälle und Wertstoffe,
- Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe,
- Gefahrstoffe,
- Emissionen,
- Bauteile und Produkte
Auch Energieflüsse im Unternehmen (Strom, Gas, Heizöl, Fernwärme, regenerative Energien, Dampf, Druckluft) können mit diesem Ansatz betrachtet werden.
Das Ergebnis
Das Ergebnis ist ein praxisnaher Leitfaden, der mit praktischen Tipps und Hilfestellungen für KMU, die an der Einführung und Umsetzung von SFM im Unternehmen interessiert sind. Die Praxishilfe bietet grundlegende Informationen zu SFM und einen 10-Punkte-Plan mit Beispielen zur Einführung von SFM. Zusätzlich werden die KMU durch ein EDV-Werkzeug unterstützt, mit dem es möglich ist, auf einfache Weise die Stoffströme zu erfassen, auszuwerten und zu visualisieren.
Auch die Resultate der Teilnehmer können sich sehen lassen. So konnte ein Unternehmen seinen Materialeinsatz um einige Tonnen pro Jahr reduzieren, während andere Teilnehmer Energieeinsparungen von 10 % und mehr erzielten.