Energieeffiziente Modernisierung der Straßenbeleuchtung
Die Straßenbeleuchtung ist eine Pflichtaufgabe für Kommunen mit großer Umweltbedeutung und ebenso eine praktische, ästhetische und finanzielle Herausforderung bei Anschaffung und Unterhalt. Ein Drittel der Straßenbeleuchtung in Deutschland ist älter als 20 Jahre. Nicht oder wenig effiziente Lampen und Leuchten sind weit verbreitet. Durch die Modernisierung ihrer Straßenbeleuchtung können Kommunen zum Klimaschutz beitragen, ihren Energieverbrauch und somit Kosten senken, dabei die Beleuchtungsqualität und -ästhetik verbessern.
Der Nutzen
Die Durchführungsmaßnahmen der europäischen Ökodesign-Richtlinie 2005/32/EG, in Deutschland durch das Energiebetriebene-Produkte-Gesetz (EBPG) umgesetzt, legen Mindestanforderungen an energiebetriebene Produkte fest. Europaweit unterliegen nicht effiziente Lampen künftig stufenweise einem Vertriebsverbot; ab Herbst 2009 werden die ersten Glühfadenlampen ausgemustert; mittelfristig ist auch die Straßenbeleuchtung betroffen. Dennoch liegt die Modernisierungsrate in den Kommunen derzeit bei nur 2 bis 3 % pro Jahr. Oft sind das fachlich komplexe Thema und fehlende finanzielle Mittel die Ursache, die Neugestaltung der Straßenbeleuchtung aufzuschieben. Mit dem IPP-Vorhaben "Energieeffiziente Modernisierung der Straßenbeleuchtung" werden die Kommunen unterstützt, diese Aufgabe möglichst rasch anzugehen.
Das Projekt
Dieses IPP-Vorhaben hatte zum Ziel, am Beispiel der Stadt Friedberg eine veraltete Straßenbeleuchtung von der Planung bis zur technischen Umsetzung energieeffizienter umzugestalten. Im Mittelpunkt stand das "Denken in Lebenszyklen" mit der systematischen Betrachtung des Gesamtsystems Straßenbeleuchtung: Die am Lebensweg der Straßenbeleuchtung beteiligten Akteure – die Stadt Friedberg als Beispielkommune, die Osram GmbH und die Siteco Beleuchtungstechnik GmbH als Vertreter der Lampen- und Leuchtenhersteller, die LEW Netzservice GmbH als Energieversorger und möglicher Contractor – erarbeiteten unter der Leitung des bifa Umweltinstituts in einem "Produktgremium" Optimierungspotenziale und erkundeten zugleich Möglichkeiten der Finanzierung. In einem Leitfaden sollten die Vorgehensweise und Projektergebnisse dargestellt werden. Diese Handlungshilfe mit ihren Empfehlungen soll insbesondere Kommunen zu einer beschleunigten Erneuerung der meist ineffizienten Straßenbeleuchtung ermuntern und sie bei der Umsetzung unterstützen.
Das Ergebnis
Mit den Methoden der IPP haben die Projektbeteiligten das komplexe Thema Modernisierung der Straßenbeleuchtung systematisch untersucht. Sie erarbeiteten einen zweistufigen Modernisierungsplan, in dem auch schon die Grundlagen für weitere Maßnahmen in der Zukunft geschaffen sind. Durch Umsetzung des Modernisierungskonzepts, mit dem Friedberg bereits begonnen hat, wird die Stadt jährlich ihre Kohlendioxid-Emissionen um 320.000 kg und den Stromverbrauch um 560.000 kWh senken. Zugleich wird die Beleuchtungsqualität insgesamt deutlich verbessert.
Fazit
Die meisten Beteiligten verfügten zwar über langjährige Erfahrungen im Bereich Beleuchtung. Dennoch führte die gemeinsame Arbeit im Produktgremium "Straßenbeleuchtung" am konkreten Beispiel alle Partner zu neuen Einsichten, von denen jeder profitieren wird. Die Industriepartner haben bereits während des Projekts begonnen, gemeinsam an neuen Produktentwicklungen zu arbeiten, die künftig noch bessere Möglichkeiten für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung bieten werden. Erneut zeigt gelebte IPP ihr Potenzial bei Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit.
Die im Projekt gesammelten Erfahrungen sollen zeigen, wie auch andere Kommunen diese schwierige Aufgabe bewältigen können. Dazu enthält der IPP-Leitfaden "Energieeffiziente Modernisierung der Straßenbeleuchtung – Empfehlungen für Kommunen" ausführliche Informationen.