

Im Zentrum des Projektes steht die Überprüfung und Anpassung von Marketingstrategien und -instrumenten nach IPP-Kriterien. Ziel ist die Entwicklung von übertragbaren Marketingkonzepten für IPP-gerechte Produkte und Dienstleistungen. Die beteiligten Unternehmen im Pilotprojekt identifizieren die Eckpunkte ihres Absatzsystemes im Hinblick auf IPP und übertragen die gefundenen Lösungen. Die Arbeiten werden laufend von einer Expertenrunde begleitet, die abschließende Analyse fließt in eine Praxishilfe für IPP-Marketingkonzepte ein.
Das Projekt
Ziel des Projekts ist die Entwicklung von übertragbaren Marketingkonzepten für IPP-gerechte Produkte und zugehörige Dienstleistungen. Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, in ihren Marketingaktivitäten Aspekte der IPP zu berücksichtigen und erfolgreich am Markt zu nutzen.
Zunächst werden mit einem der beteiligten Unternehmen, seinen Produkten und Märkten die spezifischen Eckpunkte des gesamten Absatzsystems im Hinblick auf IPP identifiziert. Darauf aufbauend werden für das Unternehmen konkrete Empfehlungen und Optionen zur Gestaltung von IPP-Marketingkonzepten erarbeitet und mit der Projektleitung abgestimmt. Diese dienen den beiden weiteren am Projekt beteiligten Unternehmen als Grundlage für die eigenständige Entwicklung einer IPP-Marketingstrategie für deren Märkte und Produkte. Die Umsetzungserfahrungen bei den Wirtschaftspartnern hinsichtlich Eignung und Übertragbarkeit der Maßnahmen werden abschließend durch die Projektleitung analysiert und fließen in die Endfassung der Praxishilfe für IPP-Marketingkonzepte ein.
Die Arbeiten im Projekt werden laufend durch eine IPP-Expertenrunde begleitet, deren Aufgabe es ist, die Eckpunkte für IPP-Marketingkonzepte aus dem Blickwinkel von Produzenten, Handel, Verbrauchern sowie Wissenschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu reflektieren.
Der Nutzen
Der lebenswegorientierte Systemansatz der IPP verlangt bei der Entwicklung und Vermarktung von Produkten und zugehöriger Dienstleistungen eine enge Verzahnung zwischen Entwicklung und Produktdesign, Lieferanten, Hersteller, Handel, unterstützenden Dienstleistern und Kunden. Eine besondere Bedeutung kommt - in Verbindung mit entsprechenden (Produkt-) Innovationen - darauf abgestimmten Marketingkonzepten und professionellen Marketingaktivitäten zu, um Informationen entlang des Lebenswegs von Produkten vom und bis hin zum Kunden weiterzutragen und eine positive Nachfrageentwicklung zu erzielen.
Die Projektpartner sehen im IPP-Kontext wesentliche, teilweise neue Funktionen und Erfordernisse des Marketings auf den vielfältigen Beziehungsebenen zwischen den IPP-Akteuren und wollen im Forschungsvorhaben geeignete Methoden und Instrumente entwickeln. Relevante Themen sind die Gewinnung von Erkenntnissen aus dem Markt zu Produktanforderungen und dem zukunftsgerichteten Management von Kundenbeziehungen oder auch die besondere, aufgewertete Rolle des Handels als Bindeglied zwischen Hersteller und Kunde gekoppelt mit entsprechenden innovativen Beratungs- und Dienstleistungskonzepten im pre-sale, sale und after-sale-Bereich, ergänzt um neue Preis- und Anreizmodelle. Die Expertenrunde prüft bei der Entwicklung des IPP-Marketingkonzepts die Leistungsfähigkeit und Machbarkeit der Vorschläge kritisch, bringt Erfahrungen ein und steigert dadurch die Akzeptanz, Praktikabilität und Erfolgsaussichten.
Die Motivation
Die erarbeiteten Praxishilfen ermöglichen die Umsetzung von Marketingstrategien mit IPP-Orientierung für Unternehmen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette. Im Leitfaden werden in der Praxis erprobte, konkrete Maßnahmen im Bereich der Marktforschung, der Preis-, Distributions-, Kommunikations-, Produkt- und Sortimentspolitik sowie im Marketingcontrolling erläutert, die insbesondere Hersteller und Handel unterstützen, IPP-Aspekte bei der Vermarktung von Produkten zu integrieren. Mit Blick auf die Notwendigkeit, die Nachfrage von Kunden und Endverbrauchern nach IPP-gerechten Produkten zu fördern, wird die besondere Bedeutung des Handels in seiner Scharnierfunktion zwischen Marktangebot und -nachfrage thematisiert. Ein gestuftes Vorgehen im Projekt zur Entwicklung und Erprobung des IPP-Marketing-Instrumentariums ergänzt um Fallstudien zur Umsetzung in den Pilotunternehmen garantiert eine große Praxisnähe und gute Übertragbarkeit der Ergebnisse. Über die im Projekt eingebundenen Unternehmen verschiedenster Marktausrichtung wird eine große Bandbreite an Marktsegmenten (höherwertige Konsumgüter, Investitionsgüter, Spezialisierung auf Nischenprodukte) abgedeckt.
Das Ergebnis
Als Ergebnis entstand ein Leitfaden „aus der Praxis für die Praxis“. Ziel war die Erarbeitung von übertragbaren Marketingkonzeptionen für „IPP-gerechte“ Produkte und zugehörige Dienstleistungen, die es Unternehmen ermöglichen, in ihren Marketingaktivitäten Elemente der IPP zu erkennen, zu berücksichtigen und erfolgreich am Markt zu nutzen. Der Leitfaden gibt Hilfestellung, wie ein innovativer Entwicklungsprozess für die Vermarktung umweltverträglicher Produkte durch die Hersteller angestoßen und Umweltkompetenz im Unternehmen auf- und ausgebaut werden kann. Er zeigt Handlungsspielräume für Hersteller und Handelsunternehmen auf, bestehende Marketingkonzepte um die Zieldimension Umwelt erfolgreich zu ergänzen und ihre Umweltkompetenz nach außen zu vermitteln. Zentrales Element ist ein Marketingbaukasten, der die Möglichkeit eröffnet, unter Berücksichtigung von IPP-Aspekten individuell abgestimmte IPP-Marketingstrategien zu entwickeln oder bereits bestehende Strategien nach IPP-Gesichtspunkten zu optimieren. Der Leitfaden ist für Unternehmen beliebiger Größe anwendbar.
Die Bandbreite der Projektteilnehmer und die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur große Unternehmen Strategien und Konzepte aus dem Themenfeld Marketing wirkungsvoll anwenden können. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist der Leitfaden sehr gut geeignet. Sein Einsatz wirkt sich nachhaltig positiv auf den Erfolg der Unternehmen, aber auch auf die Ansprüche des Verbrauchers aus. Gerade KMU sind in Bayern wegen ihrer Kunden- und Marktnähe von zentraler Bedeutung bei der Verbreitung des IPP-Gedankens.