

Managementsysteme sind in der Praxis als wirkungsvolles Instrumentarium zur Umsetzung von Strategien anerkannt. Zur schnellen Verbreitung von IPP in der bayerischen Wirtschaft wird im Projekt ein Konzept zur Integration von IPP in bestehende erfolgreiche Managementsysteme entwickelt. Prozesse und Strukturen, an denen IPP-relevante Schlüsselentscheidungen fallen, werden in etablierten Managementsystemen identifiziert und daraus Implementierungsstrategien mit dem Ziel abgeleitet, unterschiedliche Perspektiven zwischen Groß- und mittelständischen Unternehmen zu berücksichtigen.
Der Nutzen
IPP umspannt in ihrer lebenswegbezogenen und systematischen Sichtweise alle Strukturen und Prozesse einer Organisation. Die Partner im IPP-Projekt sind der Überzeugung, dass zu einer Umsetzung der drei IPP-Leitprinzipien - Kommunikation, Kooperation und Integration - anerkannte Managementkonzepte ein geeignetes Vehikel darstellen. Mit ihrem unternehmensübergreifenden und prozessorientierten Grundverständnis schaffen sie eine ideale Plattform, um IPP-relevante Aspekte effizient miteinander zu vernetzen und zu vertiefen.
Das Vorhaben widmet sich ausführlich der Frage, wie mit Hilfe vernetzter Managementsysteme die Kunden/Lieferanten-Beziehungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette systematisiert und zielführend geführt werden können. Ebenfalls Gegenstand der Arbeiten sind Nutzen, Bedeutung und Steuerungsfunktion des in vielen Managementmodellen enthaltenen Aspekts der Selbstbewertung (wie z.B. EFQM, OHRIS) mit Blick auf eine praxisgerechte IPP-Umsetzung. Es wird untersucht, wie auf diese Weise die Berücksichtigung IPP-relevanter Aspekte in bereits eingeführten Managementsystemen auf Wirksamkeit, Anwendbarkeit und Verbesserungspotenziale hin kontinuierlich überprüft werden kann.
Durch das Engagement von Allianz Zentrum für Technik GmbH, AUDI AG, BMW AG, Bristol-Myers-Squibb GmbH, Degussa AG, Faber Castell AG, Haupt Pharma Regensburg GmbH, HypoVereinsbank AG, INA Wälzlager Schaeffler oHG, Siemens AG Medical Solutions und Siemens VDO Automotive, Tyco Electronics Raychem sowie des MAUL-BELSER-MEDIENVERBUND im Projekt kann auf die breite Erfahrung und das fundierte know-how namhafter Unternehmen zurückgegriffen werden. Mit diesen Unternehmen sind Vertreter der unterschiedlichsten Wirtschaftszweige in das Projekt eingebunden. Damit ist sichergestellt, dass branchenspezifische Vorgaben, wie beispielsweise der Automobil-, der chemischen oder der pharmazeutischen Industrie in die Arbeiten einfließen. Gerade diese Vorgaben weisen nicht selten bereits IPP-relevante Forderungen auf und können in ihrer Umsetzung demzufolge als erster Ansatz einer IPP-Integration in branchenspezifische Managementsysteme gelten.
Die Motivation
In einem Leitfaden werden die wesentlichen Erkenntnisse des Projektes zusammengefasst und allgemeine Handlungsempfehlungen für eine effiziente und praxisnahe Berücksichtigung von IPP-Aspekten in prozessorientierten Managementsystemen gegeben. Die Umsetzungsvorschläge basieren auf den Erfahrungswerten der Projektbeteiligten. Die Handlungsempfehlungen betreffen die gesamte Wertschöpfungskette und sollen insbesondere auch mittelständischen Unternehmen allgemeingültige Praxistipps geben, wie sie IPP-Aspekte bei Aufbau und Einführung eines prozessorientierten Managementsystems berücksichtigen können. Aus den Erkenntnissen des Projektes lassen sich als weiterer Nutzen die Forderungen ableiten, um die die Normen und Standards existierender Managementsystemmodelle ergänzt werden müssen, damit IPP umfassend integriert werden kann.
Das Ergebnis
Die Projektpartner erkannten schnell, sich Aufschluss über den bereits erreichten IPP-Umsetzungsgrad zu verschaffen. Als Ergebnis steht ein KMU-taugliches Selbstbewertungsinstrument zur Verfügung steht, das ohne großen Zeitaufwand eine qualitative Einschätzung zum eigenen IPP-Umsetzungsniveaus durch die Beantwortung von 26 Fragen ermöglicht. Zusammen mit dem Leitfaden können die Unternehmensbereiche mit den größten Verbesserungspotenzialen ermittelt werden. In den einzelnen Abschnitten des Leitfadens kann der Betrieb auswählen, welche der dort genannten Instrumente für eine IPP-Umsetzung in seiner gegebenen Situation am besten geeignet sind. Es werden allgemeingültige Anhaltspunkte dafür aufgezeigt, wie IPP effizient in bestehende Managementmodelle integriert werden kann oder was bei der Einführung eines Managementsystems im Hinblick auf IPP zu beachten ist. Zudem ist erläutert, welche Instrumente aus bestimmten Managementsystemen sich als besonders nützlich bei der IPP-Umsetzung erweisen. Spezifische Hinweise zu den einzelnen Instrumenten finden Sie in der Abschlussdokumentation.