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Bislang richteten umweltpolitische Maßnahmen ihren Fokus vor allem auf die Betrachtung umweltschädlicher Substanzen und Produktionsprozesse. Das Ziel der IPP ist vielmehr die Reduzierung der kumulierten Umweltauswirkungen entlang des Lebenswegs eines Produkt(systems). Dazu reichen Teilbetrachtungen im Verantwortungsbereich einzelner Akteure nicht aus. Erforderlich ist die Gesamtbetrachtung, um das Zusammenspiel aller am Produkt Beteiligten zu optimieren. Dabei sind Kommunikation und Kooperation zwingende Voraussetzungen.
Das Projekt
Produktgremien sind ein wichtiges Werkzeug bei der Umsetzung von IPP. Ihr Wert, ihre Grenzen und die Bedingungen für ihren Erfolg sind bisher wenig untersucht. Das Produktgremium Küche wurde wegen eines engen Regionalbezugs der Branche gewählt, da die Akteure der Wertschöpfungskette in Bayern ansässig sind und weil jeder Verbraucher mit dem Produkt Küche vertraut ist. Die Projektsteuerung gewährleistete die organisatorische und technische Beratung und stellte die Moderationsplattform dar, um die Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft zwischen den Teilnehmern zu strukturieren und zu steigern. Holzverarbeitung, Küchenhersteller und Händler, Verbraucher und Entsorger sowie Zulieferer und Dienstleister spiegeln das komplexe Produktsystem Küche wider. Unterarbeitsgruppen befassten sich in Workshops mit folgenden Themen:
- Information über Inhaltsstoffe
- Bewertung/Empfehlung von Material- und Werkstoffkombinationen als
Grundlagen zur Produktoptimierung
- Reklamation und Kundendienst
- Optimierungspotenziale bei Transport und Reklamation
- Kommunikation und Marketing
- Entwicklung praxisnaher Marketinginstrumente zur wirksamen Verbreitung der IPP-
optimierten Küche
Der Nutzen
Gegenstand des branchenbezogenen Produktgremiums Küche ist die gezielte Zusammenarbeit der am Lebensweg einer Küche beteiligten Akteure. Im Vordergrund steht die Ermittlung ökologischer und ökonomischer Verbesserungspotenziale und deren praktische Umsetzung. Die Akteure formulieren mit ihrem speziellen Wissen Anforderungen an das Produkt Küche und erarbeiten gemeinsam Lösungen zur Gestaltung einer Küche nach IPP-Grundsätzen.
Die Motivation
IPP ermöglicht im Gegensatz zu den traditionellen Methoden des betrieblichen Umweltschutzes eine systemorientierte Betrachtungsweise des gesamten Lebenswegs eines Produkts. Probleme werden nicht mehr isoliert oder nur unternehmensintern betrachtet, sondern in Kooperation der beteiligten Akteure mittels des IPP-Werkzeugs Produktgremium bearbeitet und Lösungsvorschläge sowie Verbesserungspotenziale aufgezeigt.
Das Ergebnis
Es wurden ein praxisnaher Leitfaden mit verschiedenen Checklisten (einige sind nicht direkt abrufbar; die CD mit allen Checklisten kann mit dem gedruckten Leitfaden bestellt werden) für die Küchenbranche und die Öffentlichkeit erstellt. Er soll als Grundlage für die Branchen übergreifende Gestaltung von Produktgremien dienen, wobei grundsätzliche Fragestellungen zur Organisation, Auswahl der Akteure, Steuerung des Vorhabens oder Ideenfindung eines Produktpanels behandelt werden. Die Teilnehmer des Produktgremiums demonstrieren zusätzlich ihre Arbeitsergebnisse an zwei konkreten Musterküchen.