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In der Vergangenheit waren umweltpolitische Maßnahmen vor allem auf die Betrachtung umweltschädlicher Substanzen und Produktionsprozesse sowie deren Folgewirkungen ausgerichtet. Mit dem IPP-Ansatz wird verstärkt Augenmerk auf die kontinuierliche Verringerung von Umweltauswirkungen durch Produkte und zugehörige Dienstleistungen gelegt.
Ziel der IPP ist die Reduzierung der kumulierten Umweltauswirkungen entlang des Lebenswegs eines Produkts. Hierzu reichen Teilbetrachtungen im Verantwortungsbereich einzelner Akteure nicht mehr aus - erforderlich ist die Gesamtbetrachtung des Produktlebensweges. Es kommt darauf an, das Zusammenspiel aller am Produkt Beteiligten zu optimieren. Kommunikation und Kooperation zwischen den Akteuren sind dabei zwingende Voraussetzungen.
Das Projekt
Anhand des konkreten Produktlebenswegs eines Fussballschuhs werden die wesentlich notwendigen Kommunikations- und Kooperationsprozesse zwischen der Beteiligten definiert, um bereits in der Entwicklungs- und Designphase eine kontinuierliche Verbesserung der kumulierten Umweltauswirkungen des Produkts zu erreichen.
Grundgerüst für diese Vorgehensweise ist eine Ökobilanzierung des Produkts. Die Bilanzgrenzen werden durch die eingebundenen Lieferanten und Hersteller definiert. Berücksichtigt werden hierbei insbesondere Prozesse zwischen Akteuren, die maßgeblich Einfluss auf die kumulierten Umweltauswirkungen des Produkts nehmen. Ziel ist es, das Innovationspotenzial und IPP-relevante Schlüsselentscheidungen entlang des Produktlebenswegs zu erarbeiten und in Form eines neuen Produkts anzuwenden.
Der Nutzen
Der lebenswegorientierte Systemansatz der IPP verlangt bei der Entwicklung und Vermarktung von Produkten und zugehöriger Dienstleistungen eine enge Verzahnung zwischen Entwicklung und Produktdesign, Lieferanten, Hersteller, Handel, unterstützenden Dienstleistern, Kunden sowie Entsorgung. Der Zusammenarbeit aller am Produkt beteiligten Akteure im sogenannten "Produktgremium" kommt also eine besondere Bedeutung zu.
In einem Leitfaden werden Konzeption, Vorgehensweise und Umsetzung eines Produktgremiums beschrieben. Die hierbei entwickelten übertragbaren Methoden, Techniken und Instrumente werden dargestellt und sollen Produktherstellern Praxistipps geben, wie sie IPP-Aspekte bei der Produktentwicklung berücksichtigen können.
Die Motivation
Die ganzheitliche Betrachtung von Produkten kann inhaltlich und praktisch nur an Hand konkreter Produktentwicklungen und Produktsysteme durchgeführt werden. Die Mitarbeit von Wirtschaftsunternehmen bei der Konzeption von Instrumenten der integrierten Produktpolitik ist daher unerlässlich.
Der Hersteller ist für die umweltrelevanten Eigenschaften seiner Produkte hinsichtlich Entwicklung und Produktion verantwortlich. Andererseits ist die Einbindung und aktive Beteiligung aller wesentlichen Akteure – innerhalb der Organisation als auch außerhalb der Organisation – entlang des Lebensweges eines Produktes notwendig, um das Ziel der Reduktion der kumulierten Umweltauswirkungen eines Produktes zu verfolgen und zu erreichen.
Innerhalb der Organisation sind wesentliche Akteure Designer, Produktentwickler, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing – außerhalb der Organisation handelt es sich z.B. um Rohstofferzeuger und -lieferanten, Anlagenhersteller, Logistik, Handel, Verbraucher und Entsorger.
Ein wichtiger Aspekt ist demnach die Motivation und aktive Beteiligung der wesentlichen Akteure entlang des Lebensweges eines Produktes, um den IPP-Handlungsprinzipien – Kommunikation, Kooperation, Integration und Innovation – gerecht zu werden.
Insbesondere die Darstellung der Schnittstellen zwischen den Akteuren sowie der Informations- und Kommunikationsflüsse, die notwendig sind, um eine kontinuierliche Erfassung, Steuerung, Bewertung und Neuplanung von Stoff- und Energieflüssen sicherzustellen, sind wesentlich, um den IPP-Gedanken umzusetzen.
Das Ergebnis
Es entstand ein praxisnaher Leitfaden, der als Grundlage für die Planung und Durchführung von Produktgremien, vor allem mit Blick auf entscheidene Fragestellungen wie Organisation, Auswahl und Motiavtion der Akteure sowie Steuerung des Gremiums, zur Verfügung steht. Er zeigt deutlich die Stärken eines Produktgremium und seine Grenzen.