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IPP: Management ökologischer Produktentwicklung

Das Netzwerk Coup 21 - Nachhaltiges Wirtschaften in Nürnberger Unternehmen entwickelte einen Leitfaden, der die praktischen Notwendigkeiten eines geschlossenen ökologischen Lebenszyklusses für ein Unternehmen aufzeigt. "Aus der Praxis für die Praxis" fasst er wichtige Fragestellungen bei der Optimierung des betrieblichen Produktportfolios zusammen. Ziel des Leitfadens ist es, eine erste Richtschnur und Handlungsanleitung für geschlossene Materialkreisläufe entlang der Produktlebenslinie vorzugeben, die in Eigeninitiative in einem zweiten Schritt für einzelne Unternehmen konkretisiert werden kann.

Das Projekt

Auf Initiative des Umweltamtes der Stadt Nürnberg wurde das Netzwerk COUP 21 - Nachhaltiges Wirtschaften in Nürnberger Unternehmen gegründet; es wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück gefördert. Im Netzwerk wurden vier Arbeitskreise gebildet; einer beschäftigt sich mit dem Themenbereich "IPP Integrierte Produktpolitik - Produktbezogener Umweltschutz" vgl. auch http://www.coup21.de/ipp.htm. Hier engagieren sich die Firmen Faber-Castell AG, CSC JÄKLECHEMIE GmbH & Co. KG, Hetzel Elektronik-Recycling GmbH & Co. KG, Lucent Technologies Network Systems GmbH, QUELLE AG sowie Conti Temic microelectronic GmbH, jetzt Continental Automotive Systems.

In einer von der Firma INTECHNICA und dem Ökoinstitut geführten Workshopreihe entstand ein praxisnaher Leitfaden, der Unternehmen u.a. mithilfe eines Fragenkatalogs Unterstützung beim Einstieg in die IPP-Thematik bieten soll. Der Leitfaden zeigt die praktischen Notwendigkeiten eines geschlossenen ökologischen Lebenszyklusses für ein Unternehmen auf. Er bezieht möglichst umfassend alle Abteilungen und Funktionen von Unternehmen ein, insbesondere die Abteilungen Marketing und Entwicklung. Möglichkeiten und Grenzen der Einbindung externer Akteure bei der ökologischen Produktoptimierung waren ebenso Bestandteil der Workshopreihe. Die erzielten Erkenntnisse finden sich im Leitfaden wieder.

Der Nutzen

Durch die Trennung ökologischer Aspekte in verschiedene Lebenszyklusstufen erreicht der Leitfaden eine Modularität, die eine parallele Abarbeitung in verschiedenen Abteilungen im Unternehmen ermöglicht. Die Fragestellungen im Leitfaden sind bewusst allgemein gehalten, um eine Anwendung in verschiedenen Branchen und unterschiedlichen Unternehmensgrößen zu gewährleisten. Der Arbeitskreis gibt mit diesem Leitfaden ein erstes Orientierungsraster mit dem Ziel vor, für die Entwicklung von Produkten geschlossene Materialkreisläufe anzustreben. Durch gezieltes Stoffstrommanagement soll eine deutliche Reduktion einzusetzender Rohstoffe (und damit eine Kostenentlastung) erreicht werden. Auch unternehmerische Risiken lassen sich u.a. durch eine sinkende Ressourcenabhängigkeit verringern.

Ferner besteht die Chance, durch entsprechende Information und Aufklärung des Verbrauchers unter IPP-Gesichtspunkten hergestellte Produkte besser im Markt zu positionieren und einen nachhaltigen Konsum anzuregen. Die individuelle Konkretisierung der Fragestellung erfolgt in einem zweiten Schritt, der selbstständig vom anwendenden Unternehmen zu erarbeiten ist. Die Auseinandersetzung mit Leitfadeninhalten ist eine wichtige Voraussetzung für das umfassende Verständnis einer ökologischen Produktoptimierung.

Die Motivation

IPP stellt eine wichtige Herausforderung und die Entwicklungsperspektive für die Wirtschaft im 21. Jahrhundert dar. Alle Produkte stehen mittelbar und unmittelbar im Zusammenhang mit Ressourcenverbrauch und Klimaschutz. Vor diesem Hintergrund ist die verstärkte Entwicklung nachhaltiger, Ressourcen schonender Produkte gefragt. Um diese Herausforderung anzunehmen, brauchen Unternehmen Instrumente zur Unterstützung, die praxisnahe und umfassende Lösungen zu erarbeiten helfen. Die im IPP-Arbeitskreis engagierten sechs Unternehmen haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie die Anforderungen von IPP auf die betriebliche Produktpolitik zu übertragen sind.

Das Ergebnis

Im Pilotprojekt wurde ein praxisnaher Leitfaden mit erweiterten Checklisten als Einstiegshilfe in IPP entwickelt. Er zeigt die praktischen Notwendigkeiten eines geschlossenen ökologischen Lebenszyklusses für ein Unternehmen auf und bezieht dabei möglichst umfassend alle Abteilungen und Funktionen von Unternehmen ein. Sie finden den Leitfaden mit den Checklisten auch im Internet unter http://www.coup21.de/ipp.htm und http://www.coup21.de/download.htm.